
Große Freude am August-Ruf-Bildungszentrum
Das August-Ruf-Bildungszentrum ist mit dem 1. Platz des Integrationspreises des Ortenaukreises 2026 ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Einbürgerungsfeier im Landratsamt Offenburg überreicht und ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden.

Gleich zwei Projekte des Ettenheimer Bildungszentrums überzeugten die Jury: das Fotoprojekt „Diskriminierung sichtbar machen“ der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sowie das Mentorenprogramm „Vielfaltcoaches für Schulen“.
Beide Projekte sind Teil der Präventionsarbeit am August-Ruf-Bildungszentrum und beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit den Themen Vielfalt, Ausgrenzung, Diskriminierung und einem respektvollen Miteinander. Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler von den Lehrerinnen Angela Winkler und Lena Luft sowie der Schulsozialarbeiterin Simone Isenmann.
Die betreuenden Erwachsenen schaffen den organisatorischen Rahmen, geben Impulse, zeigen Möglichkeiten auf und begleiten die Projekte. Die konkreten Ideen und Inhalte entwickeln die Schülerinnen und Schüler jedoch mit viel Engagement weitgehend selbst.
Diskriminierung sichtbar machen
Das Fotoprojekt setzt sich mit typischen diskriminierenden Fragen auseinander, die Menschen im Alltag immer wieder gestellt bekommen. Oft ohne dass sich die Fragenden der verletzenden Wirkung bewusst sind. Fragen wie „Wo kommst du wirklich her?“ spiegeln Vorurteile wieder, die tief in unserer Gesellschaft verankert sind.
Durch ausdrucksstarke Porträts und begleitende Zitate machen die Schülerinnen und Schüler sichtbar, was im Alltag häufig übersehen oder nicht ausgesprochen wird: Die alltägliche Diskriminierung, die viele Menschen erfahren. Die ambitionierte Hobbyfotografien stammen von Mitarbeiterin Dilara Karagözoglu, die einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Projekts leistete. Die Bilder geben den Erfahrungen der Betroffenen ein Gesicht und sollen zum Nachdenken anregen, Empathie fördern und dazu beitragen, die Perspektive der Betroffenen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
Gleichzeitig möchte das August-Ruf-Bildungszentrum ein klares Zeichen setzen: Die Schule soll ein Ort sein, an dem alle Menschen gesehen, gehört und respektiert werden.
Schülerinnen und Schüler werden zu Vielfaltcoaches
Auch das Mentorenprogramm für Schulen der Jugendstiftung Baden-Württemberg überzeugte die Jury. Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen werden zu Vielfaltcoaches ausgebildet. Sie beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Demokratie, Menschenrechte, Ausgrenzung, Diskriminierung, Hass im Netz und Desinformation.
Ihr Wissen geben sie anschließend an jüngere Schülerinnen und Schüler weiter. Aktuell sind am August-Ruf-Bildungszentrum 16 Vielfaltcoaches ausgebildet, die bereits in den Klassenstufen 5 und 6 aktiv sind. Sie gestalten eigene Workshops, führen Übungen durch und kommen mit den jüngeren Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe ins Gespräch.
So wird Vielfalt nicht nur theoretisch vermittelt, sondern von Schülerinnen und Schülern selbst in den Schulalltag getragen. Das stärkt die Eigenverantwortung und zeigt, dass jede und jeder Einzelne etwas zu einem respektvollen Schulklima beitragen kann.
„Diese Auszeichnung ist eine große Anerkennung für das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler. Besonders freut mich, dass beide Projekte von Jugendlichen mit viel Eigeninitiative und Kreativität gestaltet werden. Sie zeigen damit eindrucksvoll, dass Vielfalt, Respekt und ein wertschätzendes Miteinander an unserer Schule nicht nur Themen auf dem Papier sind, sondern von unseren Schülerinnen und Schülern aktiv gelebt werden.“ betont Schulleiter Bernhard Hartung.
Auch für die beteiligten Jugendlichen ist diese Auszeichnung eine wertvolle Erfahrung. Unsere Schülerin Alena Bell, Vielfaltcoach und Mitglied der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, beschreibt: „Ich habe mich für die beiden Projekte eingesetzt, weil ich im Alltag und in der Schule immer wieder mitbekomme, dass Rassismus und Ausgrenzung vorkommen. Ich wollte etwas dagegen tun und dazu beitragen, dass es weniger wird. Außerdem machen die Projekte viel Spaß und man lernt dabei viel über Vielfalt und andere Kulturen. Ich finde, dass noch mehr Schülerinnen und Schüler mitmachen sollten, um sich gemeinsam für Vielfalt und Respekt einzusetzen.“
